
G'day mate ! - Diese freundliche Begrüßung hörte ich jeden Tag aufs Neue, ein ganzes Jahr lang. Denn ich war Austauschschüler und mein Glück verschlug mich nach Australien. Ich wohnte in Queensland in Mackay, einer 50.000-Einwohner Stadt, direkt am Meer und am Great Barrier Riff. Australien selbst ist ein fast unvorstellbar großes Land und dazu wenig besiedelt. Meine Schuluniform bestand aus einem dunkelblauen, kurzen Faltenrock, einer weißen Bluse mit weinroten und dunkelblauen Streifen, weißen Söckchen und schwarzen Lederhalbschuhen. Für Jungen gab es eine dunkelblaue Shorts, ein weißes Hemd mit weinroten und dunkelblauen Streifen drauf, graue Kniestrümpfe und ebenfalls schwarze Lederhalbschuhe. Ein Schuljahr ist in 4 Terms eingeteilt und entspricht einem Kalenderjahr. Aus über 60 verschiedenen angebotenen Kursen darf sich jeder 6 Kurse aussuchen, Pflichtfach ist Englisch. Ich wählte mir z.B. folgende Fächer : Marine Education (Meeresbiologie), Multistrand Science (Chemie & Physik & Bio in einem), Applied Art (angewandte Kunst z.B. Tonarbeiten, Ölgemälde, Videofilmen etc.), Chinesisch und Life Skills (Sozialkunde). Jeder Schultag beginnt um 8:40 mit der Assembly, einem Treffen aller Schüler in der Turnhalle zwecks schulinterner Besprechungen, und endet um Punkt 15 Uhr. Abwechslung vom langen Schultag boten die fast wöchentlich stattfindenden Studienausflüge in den kühlen Regenwald, zum Schnorcheln ins Riff oder zum Tauchen vor irgendwelche Inseln, an Seen zum Windsurfen und Angeln oder zu Ananasplantagen, Garnelenzuchtfarmen und zum frische Austernessen an den Strand. Eine weitere interessante Erfahrung war das Essen.

In Queensland wachsen angesichts der tropischen Klimaverhältnisse die seltsamsten Früchte, die man teilweise auch ohne Bedenken verspeisen kann. Da sind z.B. Mangos, Kokosnüsse, Papayas, Bananen, Squashs, Ananas, Sternfrüchte, Steinmelonen, Eierfrüchte, Maracujas und weit mehr Zeug. Das Riff bietet ebenfalls Köstlichkeiten, wie z.B. Riesenkrebse, Hai, Tintenfische, Langusten, Garnelen und die verschiedensten Fischsorten. Übrigens sind die Skampis in Australien mindestens fünfmal größer als in Deutschland !
Generell ißt der Australier alles was fettig und süß ist, aber auch Känguruh, Krokodil und sogar fingerdicke Würmer, die man wahlweise lebend oder geröstet serviert bekommt. Wer also plant, eine längere Zeit in Australien zu verbleiben, sollte sich auf eine drastische Gewichtszunahme einstellen.
Abschließend möchte ich betonen, daß ein Jahr als Austauschschüler zwar nicht immer einfach ist, doch mit Sicherheit nur Vorteile für das eigene Leben bringt. Das Jahr war einmalig, ich habe soviele neue Freunde gefunden und so viele Erfahrungen gesammelt, daß ich jedem, der sich für ein Jahr als Austauschschüler interessiert, dazu raten möchte, egal wo die Reise hinführt.